
Vom Ort des Terrors zum Ort der Demokratie
VelsPolSÜD-Ausstellung im ehemaligen Wohnhaus Adolf Hitlers in München
Ein besonderer Ort der deutschen Geschichte wurde in den Pridewochen zum Ort der Begegnung und des Dialogs: Das Gebäude am Prinzregentenplatz 16 in München, in dem Adolf Hitler von 1929 bis 1945 lebte und das heute von der Polizei genutzt wird, öffnete sich erstmals behutsam für die Öffentlichkeit.
Ziel der Veranstaltungen war es, die Geschichte des Hauses nicht zu verdrängen, sondern sich ihr bewusst zu stellen. Polizeidienststellen können durch eine offene Erinnerungskultur deutlich machen, wie aus einem Symbol der Diktatur heute ein Ort demokratischer Werte, rechtsstaatlichen Handelns und gesellschaftlicher Verantwortung geworden ist.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Geschichte der Verfolgung homosexueller Menschen. Hierzu wurde die Ausstellung „Mehr erfahren – Polizei | LSBTI Geschichte(n)“ gezeigt, die von VelsPolSÜD entwickelt und erstellt wurde. Die Ausstellung beleuchtet die jahrzehntelange strafrechtliche Verfolgung homosexueller Menschen nach § 175 StGB, die Rolle der Polizei in unterschiedlichen historischen Epochen sowie den langen Weg hin zu Akzeptanz, Vielfalt und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Polizei und queerer Community.
Die Ausstellung dient heute nicht nur der Aus- und Fortbildung innerhalb der Polizei, sondern fördert auch den gesellschaftlichen Dialog. Gerade an diesem historisch belasteten Ort erhielt sie eine besondere Bedeutung und machte deutlich, wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist.
Besonders eindrucksvoll war dabei die Botschaft des Hauses selbst: Dort, wo einst Ausgrenzung, Verfolgung und menschenverachtende Ideologie ihren Ursprung hatten, stehen heute Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz aller Menschen im Mittelpunkt polizeilichen Handelns. Andreas Franken, Leiter der Polizeiinspektion Bogenhausen, betonte, dass die Polizei heute genau jene Bevölkerungsgruppen schützt, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt wurden. Das berühmte Foto der Kriegsfotografin Lee Miller in Hitlers Badewanne dient ihm dabei als Sinnbild für diesen Wandel – Hitler ist weg, die Freiheit ist da.
Die Bayerische Polizei möchte diesen historischen Ort künftig noch stärker für die Erinnerungskultur öffnen und Historikerinnen und Historikern sowie der Öffentlichkeit behutsam zugänglich machen. Ziel ist es, Geschichte transparent aufzuarbeiten und daraus Lehren für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.
VelsPolSÜD begrüßt ausdrücklich, dass sich die Bayerische Polizei ihrer historischen Verantwortung stellt und Räume für Begegnung, Austausch und Erinnerung schafft. Die Präsentation der von VelsPolSÜD entwickelten Ausstellung an diesem geschichtsträchtigen Ort unterstreicht eindrucksvoll, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für eine moderne, demokratische und vielfältige Polizei ist. Nur wer die Geschichte kennt, kann Vertrauen schaffen und die Werte unseres Rechtsstaats glaubwürdig vertreten.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete in ihrer Online-Ausgabe am 03. Juli 2026 über die Veranstaltung. Der Bericht versteckt sich leider hinter der Bezahlschranke. Über den nachstehenden Link könnt ihr dennoch den Bericht lesen.

CSD-Besprechung Innenministerium BW
Austausch zu den CSD-Veranstaltungen 2026 im Innenministerium Baden-Württemberg
Auf Einladung des Innenministeriums Baden-Württemberg fand am 19. Mai 2026 ein Austausch zwischen Vertreterinnen der Polizei und der Organisatorinnen von Christopher-Street-Day-Veranstaltungen aus Baden-Württemberg statt. Ziel der Veranstaltung war es, die Erfahrungen aus den vergangenen CSD-Saisons auszuwerten, die aktuelle Sicherheitslage zu betrachten und gemeinsam auf die bevorstehenden Veranstaltungen im Jahr 2026 zu blicken.
Für VelsPolSÜD nahm Thomas Ulmer an dem Austausch teil. Neben Vertreterinnen des Innenministeriums und der regionalen Polizeipräsidien waren zahlreiche Organisatorinnen der CSDs aus Baden-Württemberg vertreten. Nach der Begrüßung standen die Darstellung der aktuellen Lage, Erfahrungsberichte aus den Polizeieinsätzen rund um CSD-Veranstaltungen sowie ein offener Austausch über Erwartungen, Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.
Die Gespräche machten deutlich, dass es innerhalb der Community weiterhin Vorbehalte gegenüber der Polizei gibt. Diese beruhen vielfach auf persönlichen Erfahrungen, historischen Entwicklungen und einem teilweise fehlenden Vertrauen in staatliche Institutionen. Gleichzeitig wurde aber auch sichtbar, dass auf beiden Seiten der Wunsch nach einem offenen Dialog und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit besteht.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der Kenntnisstand über queere Themen innerhalb der Polizei. Dabei wurde deutlich, dass in der Community vielfach nicht bekannt ist, welchen Stellenwert LSBTIQ*-Themen inzwischen in der Aus- und Fortbildung der Polizei Baden-Württemberg einnehmen. Die Ausbildung umfasst heute unter anderem Inhalte zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, queerfeindlicher Hasskriminalität, den Bedürfnissen von Betroffenen sowie zur Zusammenarbeit mit den polizeilichen Ansprechpersonen LSBTIQ*. Gerade diese Informationsdefizite zeigen, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Polizei und Community ist.
Aus Sicht von VelsPolSÜD hat die Veranstaltung einmal mehr verdeutlicht, dass gegenseitiges Vertrauen nur durch persönliche Begegnungen, Transparenz und einen offenen Dialog entstehen kann. Der Austausch im Innenministerium war hierfür ein wichtiger Schritt und hat gezeigt, dass sowohl die Polizei als auch die Veranstalter:innen der CSDs das gemeinsame Ziel verfolgen, sichere und friedliche Veranstaltungen zu ermöglichen und queerfeindlicher Gewalt entschieden entgegenzutreten.

CSD-Empfang der Landesregierung
VelsPolSÜD beim CSD-Empfang der Landesregierung Baden-Württemberg
Beim CSD-Empfang der Landesregierung Baden-Württemberg im Kleinen Kursaal in Stuttgart-Bad Cannstatt kamen Vertreter:innen der queeren Community, der Zivilgesellschaft, der Politik sowie verschiedener Institutionen zusammen. Der Empfang fand am 24. Juni 2026 statt und stellte die Umsetzung des Landesaktionsplans „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ in den Mittelpunkt. Der Aktionsplan umfasst acht Handlungsfelder, 71 Ziele und 126 konkrete Maßnahmen.
Es war zugleich der erste CSD-Landesempfang mit dem neuen Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Oliver Hildenbrand. In seiner Rede machte er deutlich, dass die neue Landesregierung für eine offene und vielfältige Gesellschaft steht und den Aktionsplan weiter konsequent umsetzen will. Dabei betonte er, dass queeres Leben Schutz, Sicherheit und Solidarität brauche.
Auch VelsPolSÜD war beim Empfang vertreten. Gemeinsam mit verschiedenen Ansprechpersonen LSBTIQ* der Polizei Baden-Württemberg nahm VelsPolSÜD an der Veranstaltung teil und nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Community und Zivilgesellschaft. Die Teilnahme machte deutlich, wie wichtig eine sichtbare und verlässliche Ansprechbarkeit der Polizei für queere Menschen ist.
Besonders erfreulich war die Teilnahme hochrangiger Vertreter der Polizei Baden-Württemberg: Der Ulmer Polizeipräsident Josef Veser sowie der Stuttgarter Polizeivizepräsident Volker Stier nahmen ebenfalls am Empfang teil. Ihre Anwesenheit setzte ein wichtiges Zeichen für Wertschätzung, Dialogbereitschaft und die Unterstützung der Arbeit gegen queerfeindliche Diskriminierung und Hasskriminalität.
Im Rahmen des Empfangs wurden zudem Projekte aus ganz Baden-Württemberg vorgestellt, die im Rahmen des Aktionsplans eine Landesförderung erhielten. Das landesweit agierende Queere Netzwerk Baden-Württemberg gab Einblicke in seine Arbeitsschwerpunkte. Künstlerische Beiträge machten queere Lebensrealitäten sichtbar und unterstrichen die Bedeutung von Sichtbarkeit, Teilhabe und Solidarität.
Der CSD-Empfang zeigte einmal mehr: Der Schutz queerer Menschen und der Abbau von Diskriminierung gelingen nur im gemeinsamen Handeln von Politik, Community, Zivilgesellschaft und Behörden. VelsPolSÜD wird diesen Weg weiterhin aktiv begleiten und sich für Vertrauen, Sichtbarkeit und konsequente Arbeit gegen queerfeindliche Hasskriminalität einsetzen.

Protest beim CSD Reutlingen
VelsPolSÜD beim CSD Reutlingen 2026
Auch in diesem Jahr war VelsPolSÜD beim CSD Reutlingen vertreten. Am 13. Juni 2026 nahmen wir mit einem Infostand am Straßenfest teil und informierten über unsere Arbeit, unsere Ziele und unsere Angebote.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema queerfeindliche Hasskriminalität. In zahlreichen Gesprächen informierten wir über Möglichkeiten der Anzeige, über Ansprechstellen innerhalb der Polizei sowie über Unterstützungsangebote für Betroffene. Dabei wurde erneut deutlich, wie wichtig niedrigschwellige Information, persönliche Gespräche und Vertrauen zwischen Community, Polizei und Behörden sind.
Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Polizeipräsidium Reutlingen entgegen der ursprünglichen Einladung von den Veranstaltenden wieder ausgeladen wurde. In den vergangenen Jahren war das Polizeipräsidium beim CSD Reutlingen vertreten gewesen. Als Begründung wurden Vorbehalte gegenüber uniformierten Polizeikräften genannt. Insbesondere wurde angeführt, dass Uniformträger:innen, die im Dienst Waffen tragen, dazu führen könnten, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen das Straßenfest nicht besuchen.
Wir nehmen solche Sorgen und Erfahrungen ernst. Gleichzeitig sind wir überzeugt: Gerade dort, wo Vorbehalte bestehen, braucht es Begegnung, Dialog und vertrauensbildende Präsenz. Der Schutz queerer Menschen vor Hasskriminalität gelingt nur gemeinsam – durch Sichtbarkeit, Austausch und verlässliche Ansprechbarkeit.
Von vielen Besucher:innen erhielten wir für unsere Teilnahme deutlichen Zuspruch. Zahlreiche Gespräche am Infostand waren von Interesse, Wertschätzung und Offenheit geprägt. Viele Menschen machten deutlich, dass sie die Arbeit von VelsPolSÜD wichtig finden und eine Brücke zwischen queerer Community und Polizei ausdrücklich begrüßen.
Kurzfristig demonstrierte eine Antifa-Gruppe gegen unsere Teilnahme. Zudem war die Gruppe mit einem eigenen Infostand vertreten, an dem zum Ausschluss der Polizei sowie von weiteren Gruppen aufgerufen wurde, die der Polizei zugerechnet werden. VelsPolSÜD setzte auch in dieser Situation auf Sachlichkeit, Dialogbereitschaft und klare Haltung.
Der CSD Reutlingen 2026 hat gezeigt, wie notwendig es bleibt, über Sicherheit, Vertrauen und Schutz vor queerfeindlicher Gewalt zu sprechen. VelsPolSÜD wird sich auch künftig dafür einsetzen, Diskriminierung abzubauen, Betroffene zu stärken und eine Polizei mitzugestalten, die für queere Menschen sichtbar, ansprechbar und vertrauenswürdig ist.

Länderübergreifender Infostand BW/ BY in Ulm
VelsPolSÜD beim länderübergreifenden CSD Ulm/Neu-Ulm 2026
Beim länderübergreifenden CSD Ulm/Neu-Ulm am 18. Juni 2026 war VelsPolSÜD gemeinsam mit der Ansprechperson LSBTIQ* des Polizeipräsidiums Ulm Yvonne Gasser und den Ansprechpersonen der Polizei Reutlingen sowie dem Gleichstellungsbeauftragten (Queer) Mathias Träumer vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit einem Infostand auf dem Münsterplatz vertreten.
Im Mittelpunkt standen Informationen zur Arbeit von VelsPolSÜD, zu den polizeilichen Ansprechstellen sowie zum Engagement gegen queerfeindliche Hasskriminalität. Zahlreiche Besucher:innen nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zeigten großes Interesse an der Arbeit der Beteiligten.
Am Nachmittag besuchten der Ulmer Polizeipräsident Josef Veser sowie Regina Gentsch von der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg den Infostand. Regina Gentsch ist Ausbildungsleiterin für die Ausbildung der Ansprechpersonen LSBTIQ* bei der Polizei Baden-Württemberg.
Die Präsenz auf dem CSD-Straßenfest wurde von vielen Besucher:innen ausdrücklich begrüßt. Alle Personen, die am Infostand über ihre Arbeit informierten, erhielten großen Zuspruch für ihr Engagement, ihre Sichtbarkeit und ihre Ansprechbarkeit.

München Pride
VelsPolSÜD beim CSD München 2026
Der CSD München stand 2026 unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“ Die PrideWeeks fanden vom 11. bis 28. Juni statt, Höhepunkt war das CSD-Wochenende vom 26. bis 28. Juni mit PolitParade, RathausClubbing und der neuen PrideMeile auf der Ludwigstraße. Erstmals erstreckte sich das Straßenfest über mehrere Tage auf der Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor.
Auch VelsPolSÜD war mit einem Infostand am Samstag auf der PrideMeile vertreten. Bei fast unerträglichen Temperaturen auf der Ludwigstraße informierten die anwesenden Mitglieder über die Arbeit des Vereins, über Ansprechmöglichkeiten innerhalb der Polizei Bayern sowie insbesondere über das Thema queerfeindliche Hasskriminalität.
Gerade dieses Thema hatte beim CSD München eine besondere Aktualität. Nach Angaben der Beratungsstelle Strong! stieg die Zahl dokumentierter queerfeindlicher Vorfälle in Bayern im Vorjahr deutlich von 289 auf 413 Fälle. Der CSD München setzte damit auch 2026 ein wichtiges Zeichen für Sichtbarkeit, Schutz und gleiche Rechte.
Für VelsPolSÜD ergaben sich den ganzen Tag über zahlreiche Gespräche mit Besucher*innen, die großes Interesse an der Arbeit des Vereins zeigten.
Besonders großen Anklang fanden unsere Aufkleber mit doppeldeutigen Polizeisprüchen, die reißenden Absatz fanden und immer wieder für ein Lächeln, Gesprächseinstiege und positive Rückmeldungen sorgten. Insgesamt erhielten wir viel Zuspruch für unsere Teilnahme, unsere Sichtbarkeit und unser Engagement gegen Hasskriminalität.
Der CSD München hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, als queeres Netzwerk innerhalb der Polizei präsent und ansprechbar zu sein. Gerade in Bayern wollen wir diese Arbeit weiter ausbauen. Für das kommende Jahr benötigen wir daher zusätzliche Unterstützung am Infostand. Unser Aufruf richtet sich besonders an unsere bayerischen Mitglieder: Bringt euch ein, unterstützt VelsPolSÜD vor Ort und helft mit, unsere Arbeit sichtbar zu machen.

CSD Empfang Stuttgart
CSD Stuttgart 2026 – „Ohne uns kein Wir!“
Unter dem Motto „Ohne uns kein Wir!“ setzt der Christopher Street Day Stuttgart 2026 ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Vielfalt und gegenseitigen Respekt. Das Motto erinnert daran, dass eine offene und demokratische Gesellschaft nur dann funktioniert, wenn alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität selbstverständlich dazugehören.
VelsPolSÜD, der Stuttgarter Polizeipräsident Markus Eisenbraun sowie der Einsatzleiter der CSD-Demonstration und Leiter des Polizeirevier 1, Jens Rügner haben am Empfang teilgenommen. Ihre Teilnahme unterstrich die enge Verbundenheit der Polizei mit der Community und das gemeinsame Ziel, Sicherheit, Vertrauen und Dialog zu fördern.
Beim CSD-Empfang im Stuttgarter Rathaus wurde deutlich, dass Vielfalt, Respekt und Toleranz keine Selbstverständlichkeit sind. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft machten deutlich, dass demokratische Werte und die Rechte von Minderheiten aktiv geschützt werden müssen. Ebenso wurde auf die Bedeutung einer verlässlichen Unterstützung queerer Beratungsangebote sowie einer konsequenten Bekämpfung von Hasskriminalität hingewiesen.
Für VelsPolSÜD ist die Teilnahme am CSD deshalb weit mehr als die Begleitung einer bunten Parade durch die Innenstadt. Sie ist Ausdruck unseres täglichen Engagements für eine diskriminierungsfreie Polizei, Justiz und Zoll, für den Schutz queerer Menschen und für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Community. Der persönliche Austausch mit Besucherinnen und Besuchern sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Polizei zeigte einmal mehr, wie wichtig sichtbare Präsenz, gegenseitiger Respekt und ein offener Dialog für eine vielfältige Gesellschaft sind.
Der Christopher Street Day erinnert an die Ereignisse vom 28. Juni 1969 in New York, als sich queere Menschen erstmals gegen staatliche Repression und Polizeiwillkür zur Wehr setzten. Seitdem hat sich vieles verändert. Heute beteiligen sich Behörden, Unternehmen, Hochschulen und zahlreiche Organisationen an den CSD-Veranstaltungen. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die Ziele der Gleichberechtigung und Akzeptanz noch nicht erreicht sind. queerfeindliche Hasskriminalität nimmt weiter zu, und viele LSBTIQ*-Menschen erleben im Alltag weiterhin Diskriminierung und Ausgrenzung.

Einladung - Prideweek Stuttgart
Einladung: Queerfeindlichkeit sichtbar machen – wie queere Menschen von Hass und Gewalt betroffen sind
Queerfeindlichkeit, Hass und Gewalt gegen LSBTIQ*- Menschen nehmen weiter zu und stellen eine ernsthafte Bedrohung für Betroffene, für die Community und für unsere demokratische Gesellschaft dar. Besonders sichtbar wird dies auch bei Christopher-Street-Day-Veranstaltungen: Der Sicherheitsreport der Amadeu Antonio Stiftung beleuchtet erstmals systematisch rechtsextreme Angriffe, Störversuche und Übergriffe auf CSDs.
Unter dem Titel „Queerfeindlichkeit sichtbar machen – wie queere Menschen von Hass und Gewalt betroffen sind“ findet am Mittwoch, 15. Juli 2026, von 18:00 bis 20:00 Uhr im Hotel Silber, Dorotheenstraße 10, 70173 Stuttgart, eine Veranstaltung mit Vortrag und Gespräch statt. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt steht die Vorstellung des Sicherheitsreports der Amadeu Antonio Stiftung. Der Report macht deutlich, wie gezielt rechte Akteur:innen versuchen, queere Sichtbarkeit einzuschüchtern, demokratische Räume anzugreifen und CSDs als Orte von Solidarität, Empowerment und Vielfalt zu stören. Zugleich benennt er Handlungsmöglichkeiten, Schutzkonzepte und Empfehlungen für ein entschlossenes Vorgehen gegen Queerfeindlichkeit.
Im Anschluss diskutieren Betina Starzmann vom CSD Stuttgart, Caleb Davis vom CSD Pforzheim, Ilona Scheidle vom Dyke*March Rhein-Neckar, Thomas Ulmer für VelsPolSÜD, Ronja Pohl von der Amadeu Antonio Stiftung sowie Len Schmid von der Fachstelle gegen Antifeminismus und Queerfeindlichkeit Baden-Württemberg. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Brigitte Lösch, Erste Vorsitzende der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber.
VelsPolSÜD ist durch Thomas Ulmer vertreten und bringt die Perspektive eines queeren Netzwerks innerhalb von Polizei, Justiz und Zoll ein. Dabei geht es insbesondere um die Bedeutung von Sichtbarkeit, Ansprechbarkeit, Vertrauen und konsequenter Arbeit gegen queerfeindliche Hasskriminalität.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der AG Queere Erinnerungskultur „Der Liebe wegen“ des Weissenburg e. V. – Zentrum LSBTIQA+ Stuttgart, der Amadeu Antonio Stiftung und der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V. durchgeführt.
Wir laden herzlich zur Teilnahme ein. Gerade in Zeiten zunehmender Anfeindungen gegen queere Menschen braucht es Räume für Information, Austausch und Solidarität – und eine klare Haltung gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung.

Einladung - Die Polizei im „Hotel Silber“ und die Geschichten queerer Menschen
Themenführung und Talkrunde
Was haben Fritz Bauer, Hans Scholl, Käthe Loewenthal, Friedrich Enchelmayer, Karl Zeh und Toni Simon gemeinsam? Sie waren alle Opfer der NS-Diktatur, passten nicht in das nationalsozialistische Weltbild von Geschlechtern, Liebe und Begehren und standen teilweise auch nach 1945 im Visier der Kriminalbeamten der Abteilung „Sitte“ im Stuttgarter „Hotel Silber“. Die lange im Verborgenen gehaltenen Geschichten queerer Menschen während und nach der NS-Diktatur stehen im Fokus der Führung im Rahmen des Stuttgart PRIDE – Christopher Street Days (CSD).
Es führen Kurator*innen vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg und Ralf Bogen von der AG Queere Erinnerungskultur „Der-Liebe-wegen“ des Weissenburg e. V. Im Anschluss geht Janka Kluge auf die besondere Forschungssituation zu Trans*-Personen ein. Vicky Savolyi, Mitglied der „Burgjugend“ und Sprechende Person des Gesamtvorstands des Weissenburg e. V. sowie Alex Häfner und Tanja Gemeinhardt von der „Mission TRANS“ widmen sich der Frage, was die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für heute bedeutet.
Kosten: 4 €
Wir bitten um Anmeldung bis zum 17.07., 12 Uhr unter veranstaltungen-hs@hdgbw.de.
Kooperationspartner*innen: AG Queere Erinnerungskultur – „Der-Liebe-wegen“ des Weissenburg
e. V. – Zentrum LSBTIQA+ Stuttgart, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, IG CSD Stuttgart e. V., Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V.

#Pride and Protect
„Pride and Protect“ – Polizei Baden-Württemberg setzt auf Dialog und Vertrauen
Mit der Kampagne „Pride and Protect“ sucht die Polizei Baden-Württemberg gezielt den Austausch mit queeren Menschen. Unter dem Motto „Der Schutz von Vielfalt ist nicht verhandelbar“ sollen persönliche Begegnungen ermöglicht, Vorurteile abgebaut und das gegenseitige Vertrauen gestärkt werden.
Dazu öffnet die Polizei nicht nur symbolisch ihre Türen: Queere Menschen werden zu Gesprächen in einen Streifenwagen, auf ein Polizeiboot oder sogar in einen Polizeihubschrauber eingeladen. In diesem ungewöhnlichen Rahmen können sie ihre Erfahrungen, Erwartungen, Sorgen und auch bestehende Vorbehalte gegenüber der Polizei unmittelbar ansprechen.
Hintergrund der Kampagne ist die Erkenntnis, dass viele LSBTIQ*-Personen aufgrund persönlicher Erfahrungen, gesellschaftlicher Diskriminierung oder historischer Entwicklungen weiterhin Berührungsängste gegenüber Sicherheitsbehörden haben. Dies kann auch dazu führen, dass queerfeindliche Beleidigungen, Bedrohungen oder Gewalttaten nicht angezeigt werden. „Pride and Protect“ will deshalb Begegnungen auf Augenhöhe schaffen und deutlich machen, dass die Polizei für die Sicherheit aller Menschen verantwortlich ist – unabhängig davon, wen sie lieben, wie sie leben oder wie sie sich identifizieren.
Die Kampagne wird vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg über seine Social-Media-Kanäle begleitet. Dort werden die einzelnen Gesprächsformate vorgestellt und Themen wie Vertrauen, queerfeindliche Hasskriminalität, Diskriminierung sowie die LSBTIQ*-Ansprechstellen der Polizei aufgegriffen.
Mit „Pride and Protect“ setzt die Polizei Baden-Württemberg ein sichtbares Zeichen gegen Hass, Hetze und Ausgrenzung. Entscheidend wird sein, dass aus den Gesprächen nachhaltige Kontakte, konkrete Verbesserungen und ein dauerhafter Dialog mit den queeren Communitys entstehen.
Die Kampagne startet in Präsenz auf dem CSD Stuttgart am 25. und 26. Juli 2026.

Bayerische Kampagne
„Zeig Flagge. Zeig’s an!“ – Gemeinsam gegen queerfeindliche Hasskriminalität
Die Kampagne „Zeig Flagge. Zeig’s an!“ informiert über Hasskriminalität gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen und ermutigt Betroffene sowie Zeug*innen, Straftaten nicht hinzunehmen, sondern anzuzeigen.
Auf der Website werden verständliche Hinweise zum Verhalten in akuten Situationen, zur Erstattung einer Strafanzeige und zur Sicherung von Beweisen angeboten. Zudem finden sich Informationen zu Hass und Straftaten im Internet sowie Kontakte zu Beratungs- und Unterstützungsstellen. Ein zentrales Anliegen ist es, die hohe Dunkelziffer queerfeindlicher Übergriffe zu reduzieren und die tatsächliche Dimension der Hasskriminalität sichtbar zu machen.
Die Kampagne entstand aus einem 2019 begonnenen Kooperationsprojekt der Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ* der Landeshauptstadt München und des Polizeipräsidiums München. Gemeinsam mit verschiedenen Beratungsstellen und Community-Organisationen sollen das Vertrauen zwischen Polizei und queerer Community gestärkt, Polizeibeschäftigte sensibilisiert und das Anzeigeverhalten verbessert werden. Die Kampagne startete am 17. Mai 2023, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.

CSD - Infostand Stuttgart
Gemeinsam sichtbar sein – Deine Unterstützung für VelsPolSÜD 2026
Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde von VelsPolSÜD,
auch in diesem Jahr nehmen wir wieder am Straßenfest des CSD Stuttgart mit einem Infostand teil.
Gerade diese Präsenz ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit:
Sie zeigt, dass queere Themen in der Polizei, Justiz und Zoll ihren Platz haben, stärkt Kolleginnen und Kollegen und macht deutlich, wofür VelsPolSÜD steht. Jeder einzelne Auftritt trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen, Vertrauen zu schaffen und Menschen zu erreichen, die Unterstützung oder Orientierung suchen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Teilnahme ist die Prävention gegen Hasskriminalität.
Durch unsere Sichtbarkeit und den direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung:
- Wir sensibilisieren für Erscheinungsformen von Hasskriminalität, insbesondere gegen LSBTIQ*-Personen.
- Wir stärken das Vertrauen in die Polizei als Ansprechpartnerin.
- Wir zeigen klare Haltung gegen Diskriminierung und Gewalt.
Kurz gesagt: Ohne unsere Präsenz vor Ort fehlen wichtige Impulse für Prävention, Vertrauen und Sichtbarkeit. Mit Euch wird unsere Arbeit wirksam und spürbar. Deshalb bitten wir Euch heute um Eure Unterstützung.
Einige Mitglieder haben sich schon in die Umfrage eingetragen, da wir aber an zwei Tagen präsent sind benötigen wir noch weitere Unterstützung. Gebt uns bitte eine verbindliche Rückmeldung über die Umfrage:
https://nuudel.digitalcourage.de/WOaDXSsZ6fy2fjNd
Details zu Auf- und Abbau, Präsenzzeiten und Abläufen erhaltet ihr dann per E-Mail.
Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele von Euch dabei sind – denn VelsPolSÜD lebt von Eurem Engagement. Lasst uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen – für Vielfalt, für Respekt und gegen Hasskriminalität!
Auch die Infostände in Nürnberg und Pfaffenhofen suchen noch Unterstützung.
Herzliche Grüße
Euer Vorstandsteam
(jt/ tu)

CSD - Stammtisch Stuttgart
Einladung zum VelsPolSÜD-Stammtisch auf dem CSD Stuttgart
Liebe Mitglieder,
der CSD Stuttgart setzt in diesem Jahr ein besonderes Zeichen: Das Straßenfest startet erstmals bereits am Freitag, 24. Juli 2026, und wird damit erstmals an drei Tagen gefeiert. Bereits am Freitagabend verwandelt sich der Marktplatz in das Zentrum der Stuttgart PRIDE – mit Kulturprogramm, Musik und zahlreichen Begegnungsmöglichkeiten.
Das möchten wir zum Anlass nehmen und laden euch herzlich zu unserem nächsten VelsPolSÜD-Stammtisch ein.
📅 Freitag, 24. Juli 2026
🕗 20:00 Uhr
📍 Treffpunkt: Rathaustreppe am Marktplatz, Stuttgart
Unser Stammtisch bietet die Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Mitglieder kennenzulernen. Ganz gleich, ob ihr schon lange dabei seid oder VelsPolSÜD erst kennenlernen möchtet – ihr seid herzlich willkommen. Auf dem Marktplatz erwartet euch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit queeren Künstler:innen und Beiträgen zu aktuellen LGBTQIA+-Themen. Der Eintritt ist frei.
Wir freuen uns auf einen schönen Abend mit vielen guten Gesprächen, einem Wiedersehen mit euch und einem gemeinsamen Auftakt in das CSD-Wochenende.
Wir sehen uns am 24. Juli um 20:00 Uhr auf der Rathaustreppe! 🏳️🌈💙

Stammtischtermine 2026
Im Jahr 2026 treffen wir uns wieder zu unseren Stammtischen in Stuttgart und München.
In Stuttgart treffen wir uns monatlich (freitags), in München finden die Stammtische 4 × im Jahr 2026 (Samstags) statt.
Hier unsere Termine
Stuttgart
28.08.2026 | 25.09.2026 |
23.10.2026 | 27.11.2026 | 11.12.2026
München
19.09.2026 | 05.12.2026

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