Hass im Netz

ZDF-Dokumentation: Hass im Netz – wenn digitale Hetze reale Folgen hat

Hate Speech, Hasspostings, Hassrede – unabhängig von der jeweiligen Bezeichnung: Hass und Hetze im Internet und insbesondere in den sozialen Medien sind längst zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Auch im Rahmen der Arbeit des BgH (Beauftragter der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus) bildet dieses Themenfeld daher einen wichtigen Schwerpunkt.

Dabei ist eine klare Unterscheidung wichtig:

Hasskriminalität im Internet ist Hate Speech. Aber nicht jeder Hate Speech ist zum einen strafrechtlich relevant und zum anderen sofort Hasskriminalität.

Besonders häufig richtet sich digitale Hetze gegen Menschen, die gesellschaftlich marginalisierten Gruppen angehören. Genau diese Perspektive greift die ZDF-Dokumentation „Hass im Netz – Eine bessere Welt“ auf.

Die Redakteurin Julia Lösch und ihr Team haben für die Dokumentation mit unterschiedlichen Betroffenen gesprochen und zeigen eindrucksvoll, welche Auswirkungen Hass, Bedrohungen und Anfeindungen im digitalen Raum haben können. Dabei geht es nicht nur um einzelne beleidigende Kommentare oder Nachrichten. Viele Betroffene begleitet vielmehr die Sorge, dass aus virtueller Hetze irgendwann reale Bedrohungen oder Übergriffe entstehen könnten.

Besonders deutlich wird, welche erheblichen psychischen Belastungen damit verbunden sein können. Angst, Verunsicherung und das Gefühl, sich auch außerhalb des digitalen Raums nicht mehr sicher bewegen zu können, können den Alltag der Betroffenen nachhaltig verändern. Die Dokumentation macht damit sichtbar, dass Hass im Netz keineswegs an der Grenze zwischen digitaler und realer Welt endet.

Auch der BgH hat an der ZDF-Produktion intensiv mitgewirkt. In der Dokumentation sind unter anderem Ausschnitte aus der Unterrichtung von Kolleginnen und Kollegen zu sehen und geben einen Einblick in die praktische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Hasskriminalität.

Die Dokumentation „Hass im Netz – Eine bessere Welt“ ist in der ZDF-Mediathek abrufbar:

https://www.zdf.de/dokus/hass-im-netz-eine-bessere-welt--die-doku-movie-100

Ab 16:14 BgH LKA München


BgH (Beauftragter gegen Hasskriminalität)

Wer oder was ist der BgH?

„Wo Menschen Opfer von Angriffen und Anfeindungen werden, weil sie beispielsweise Angehörige bestimmter Volksgruppen oder Religionen sind, sie wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe beleidigt werden, ist das für eine offene und freie Gesellschaft schwer zu ertragen. Nicht nur, dass Hasskriminalität die Werte unserer Demokratie bedroht. Vielmehr macht sie Menschen zu Betroffenen und Opfern, die stellvertretend für ihre Überzeugungen und ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen angegangen werden und buchstäblich nicht ‚aus ihrer Haut‘ können.“

Mit diesen Worten beginnt die Internetseite www.polizei-bayern-gegen-hass.de des Beauftragten der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus – kurz BgH.

Der BgH wurde im Februar 2023 eingesetzt. Seine Aufgabe geht dabei weit über die Beschäftigung mit einzelnen Erscheinungsformen von Hasskriminalität hinaus. Als strategische Stelle innerhalb der Bayerischen Polizei soll er insbesondere die Bedürfnisse und Erfahrungen von Menschen stärker in den Blick nehmen, die aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale besonders häufig von Anfeindungen, Diskriminierung oder Hasskriminalität betroffen sind.

Gleichzeitig geht es darum, die Polizei für diese Communities stärker zu öffnen. Denn noch immer wird Polizei von manchen Menschen als eine Art „Blackbox“ wahrgenommen: Man weiß wenig über Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufe – und teilweise bestehen aufgrund eigener oder überlieferter negativer Erfahrungen erhebliche Berührungsängste. Vertrauen aufzubauen und miteinander statt nur übereinander zu sprechen, ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des BgH.

 


Hasskriminalität - Aus- und Fortbildung

Aus- und Fortbildung: Hasskriminalität verstehen, Betroffene ernst nehmen

Die interne Aus- und Fortbildung (AuF) nimmt in der Arbeit des Beauftragten der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus (BgH), einen zentralen Stellenwert ein.

Dabei geht es nicht nur darum, Wissen über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Hasskriminalität zu vermitteln. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, welche besondere Rolle die Polizei im Umgang mit Betroffenen von Hasskriminalität einnimmt.

Polizeiliche Einsatzkräfte sind es gewohnt, täglich mit Straftaten und ihren Folgen umzugehen. Für Betroffene von Hasskriminalität stellt sich die Situation jedoch häufig anders dar: Sie werden nicht zufällig Opfer einer Straftat, sondern weil sie tatsächlich oder vermeintlich einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe angehören – etwa aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Der Angriff richtet sich damit nicht nur gegen eine einzelne Person, sondern zugleich gegen einen Teil ihrer Identität. Häufig entsteht bei den Betroffenen das Gefühl: Ich wurde angegriffen, weil ich bin, wie ich bin.

Genau diese besondere Dimension von Hasskriminalität soll bereits in der Ausbildung angehender Polizeibeamtinnen und Polizeibeamter verstanden werden.

 


Meldeverordnung Baden-Württemberg

Änderung der Meldeverordnung in Baden-Württemberg – zwischen Sicherheitsinteressen und Selbstbestimmung

Die geplante Änderung der baden-württembergischen Meldeverordnung sorgt seit Monaten für intensive Diskussionen – insbesondere innerhalb der trans*, inter* und nicht-binären Community. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das berechtigte Interesse von Polizei und Sicherheitsbehörden an einer eindeutigen Identitätsfeststellung mit dem Schutz sensibler persönlicher Daten und dem Offenbarungsverbot des Selbstbestimmungsgesetzes in Einklang gebracht werden kann.

Am 8. Juli 2026 fand hierzu ein ausführlicher Austausch zwischen Vertreter*innen des Innenministeriums, des Sozialministeriums und verschiedener Community-Organisationen statt. Auch VelsPolSÜD e. V. war an dem Gespräch beteiligt.

Worum geht es?

Seit dem 1. November 2024 gilt das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG). Es ermöglicht eine Änderung des Geschlechtseintrags und der Vornamen durch Erklärung gegenüber dem Standesamt und löste das frühere Transsexuellengesetz ab. Ein wesentliches Ziel ist die Stärkung der geschlechtlichen Selbstbestimmung und der Schutz vor einer ungewollten Offenbarung früherer Angaben.

In Baden-Württemberg wurde § 8 der Meldeverordnung bereits im November 2025 geändert. Die maßgeblichen Änderungen sollen zum 1. November 2026 in Kraft treten. Danach soll die Datenübermittlung im Zusammenhang mit Meldedaten auch Änderungen des Geschlechtseintrags und Namensänderungen umfassen. Zu den betroffenen Daten gehören unter anderem frühere Vornamen und der frühere Geschlechtseintrag.

Genau hier liegt der Konflikt: § 13 SBGG enthält grundsätzlich ein Offenbarungsverbot für frühere Vornamen und Geschlechtseinträge, sieht jedoch zugleich Ausnahmen vor, wenn öffentliche Stellen die Daten aufgrund anderer Rechtsvorschriften zur Aufgabenerfüllung benötigen. Dazu können insbesondere Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden gehören.


Studie zur Diskriminierung in der Psychotherapie

Unterstütze die Forschung mit deiner Teilnahme!

Ich möchte Dich herzlich einladen an meiner Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen und Psychotherapieerwartung bei LGBTQIA+ Individuen teilzunehmen. Die Umfrage wird im Rahmen meiner Masterarbeit an der Universität Bamberg durchgeführt.

Das Ziel der Umfrage ist es, einen Beitrag zu der Forschung im Bereich LGBTQIA+ zu liefern und ein tieferes Verständnis für den Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und deren Auswirkung auf die Erwartungen an eine Psychotherapie zu bekommen. Zudem wird untersucht, ob die Befürchtung, erneut diskriminiert zu werden, dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Damit wir ein besseres Verständnis entwickeln können, welche Faktoren die Wege in die Psychotherapie bei queeren Personen beeinflussen, denke ich, dass es wichtig ist, diesen Zusammenhang zu beleuchten und sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

Wenn Du mindestens 18 Jahre alt bist und Dich mit der LGBTQIA+ Community identifizierst, freue ich mich sehr über Deine Teilnahme!

Die Umfrage ist anonym und das Ausfüllen dauert etwa 5-10 Minuten. Über diesen Link wirst Du zur Umfrage weitergeleitet: https://www.soscisurvey.de/diskriminierung_psychotherapie/

Ich freue mich auch sehr, wenn dieser Text an Personen(-gruppen) weitergeleitet wird, für die die Umfrage relevant sein könnte. Dankeschön!

Herzliche Grüße,

Lilli

 


Protest gegen Infostand beim CSD Nürnberg

VelsPolSÜD beim CSD Nürnberg 2026

Nach mehreren Jahren Pause war VelsPolSÜD bereits 2025 wieder mit einem eigenen Infostand beim CSD Nürnberg vertreten. Die Rückkehr wurde von vielen Teilnehmenden ausdrücklich begrüßt. Sowohl die Anwesenheit von VelsPolSÜD als auch die Präsenz der Polizei Nürnberg wurden von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern als wichtiges Zeichen für Dialog, Sichtbarkeit und den gemeinsamen Einsatz gegen queerfeindliche Gewalt und Hasskriminalität wahrgenommen.

Auch 2026 war VelsPolSÜD beim Straßenfest des CSD Nürnberg auf dem Kornmarkt vertreten. In diesem Jahr verlief die Teilnahme allerdings nicht ohne Konflikte. Unser Infostand wurde zeitweise von Mitgliedern verschiedener linker und linksextremer Gruppen blockiert. Hintergrund war unter anderem die grundsätzliche Ablehnung einer Beteiligung von Polizeibeschäftigten und Polizeiorganisationen am CSD.

Das Kollektiv gegen Gewalt / Pride Rebellion hatte sich im Nachgang auf Instagram deutlich gegen die Anwesenheit von VelsPolSÜD ausgesprochen und den Protest gegen unseren Infostand beim Straßenfest am 8. August 2026 öffentlich dargestellt.

Das Organisationsteam des CSD Nürnberg reagierte darauf seinerseits mit einer öffentlichen Stellungnahme und bezog sich ausdrücklich auf die Darstellung des Kollektivs vom 15. August 2026.

Für VelsPolSÜD zeigt die Auseinandersetzung einmal mehr, wie unterschiedlich das Verhältnis zwischen queerer Community und Polizei bewertet wird. Kritik an polizeilichem Handeln und auch an strukturellen Problemen innerhalb von Sicherheitsbehörden muss möglich sein und gehört zu einer offenen gesellschaftlichen Debatte. Gleichzeitig halten wir es für falsch, queere Polizeibeschäftigte und ihre Interessenvertretungen pauschal aus queeren Räumen auszuschließen.

VelsPolSÜD steht gerade für die Menschen, die Teil beider Welten sind: Teil der LSBTIQ-Community und Teil von Polizei, Justiz und Zoll.* Viele unserer Mitglieder haben selbst Diskriminierung erlebt und engagieren sich seit Jahren dafür, Vorurteile innerhalb der Sicherheitsbehörden abzubauen, die Sensibilität für LSBTIQ*-Themen zu erhöhen und die Situation von Betroffenen queerfeindlicher Hasskriminalität zu verbessern.

Gerade deshalb sind CSDs für uns nicht nur Orte des Feierns, sondern auch Orte des gesellschaftlichen und politischen Dialogs. Dort wollen wir informieren, zuhören, Kritik aufnehmen und darüber sprechen, welche Möglichkeiten Betroffene von Gewalt- und Hasskriminalität haben und welche Veränderungen innerhalb der Polizei notwendig sind.

Dass es unterschiedliche Auffassungen über die Rolle der Polizei auf einem CSD gibt, ist nicht neu. Diese Diskussion muss geführt werden. Sie sollte jedoch im Gespräch und in der sachlichen Auseinandersetzung stattfinden – nicht durch Blockaden, Einschüchterung oder den Versuch, andere Teile der queeren Community unsichtbar zu machen.

Die vielen positiven Gespräche beim CSD Nürnberg zeigen zugleich: Diejenigen, die eine Zusammenarbeit und einen offenen Dialog zwischen Community und Polizei wünschen, sind ebenfalls Teil der Community und müssen gehört werden.

VelsPolSÜD wird deshalb auch weiterhin das Gespräch suchen – mit kritischen Stimmen ebenso wie mit den vielen Menschen, die unsere Arbeit unterstützen. Denn gegenseitiges Verständnis entsteht nicht dadurch, dass man einander aus dem Weg geht, sondern dadurch, dass man miteinander spricht.

Unser Anspruch bleibt: sichtbar sein, ansprechbar sein und gemeinsam daran arbeiten, dass LSBTIQ-Menschen sicher und ohne Angst vor Gewalt und Diskriminierung leben können.*


CSD Pfaffenhofen

VelsPolSÜD beim CSD Pfaffenhofen

Unter dem Motto „Unser Pfaffenhofen – unsere Vielfalt“ fand am 22. August 2026 der Christopher Street Day in Pfaffenhofen statt. Auch VelsPolSÜD war in diesem Jahr mit einem eigenen Infostand auf dem Straßenfest vertreten und setzte damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und den Dialog zwischen queerer Community und Polizei.

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Anfeindungen und queerfeindlicher Hasskriminalität kommt Veranstaltungen wie dem CSD auch außerhalb der großen Metropolen eine besondere Bedeutung zu.

Im Anschluss an die Demonstration verwandelte sich der Obere Hauptplatz in ein buntes Straßenfest. Neben einem vielfältigen Bühnenprogramm mit Musik, Drag, Redebeiträgen und Performances präsentierten sich zahlreiche Vereine, Initiativen und Organisationen mit eigenen Informationsständen.

VelsPolSÜD nutzte die Gelegenheit, um über die Arbeit des Vereins an der Schnittstelle zwischen queerer Community, Polizei, Justiz und Zoll zu informieren. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Gespräche über die Situation queerer Beschäftigter in den Sicherheitsbehörden sowie über den Schutz vor Gewalt, Diskriminierung und Hasskriminalität.

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit bei CSD-Veranstaltungen ist es, niedrigschwellig ansprechbar zu sein. Besucher:innen konnten sich am Stand über Möglichkeiten der Anzeige von Straftaten, den Umgang der Polizei mit queerfeindlicher Gewalt sowie bestehende Ansprech- und Unterstützungsangebote informieren. Gleichzeitig bot der Infostand Raum für persönliche Gespräche, Fragen und auch kritischen Austausch über Erfahrungen mit Polizei und Sicherheitsbehörden.

Gerade dieser direkte Dialog ist für VelsPolSÜD von besonderer Bedeutung. Vertrauen entsteht nicht allein durch Konzepte und Strukturen, sondern vor allem durch Begegnung. Die Präsenz auf CSD-Veranstaltungen ermöglicht es, miteinander statt übereinander zu sprechen, Vorbehalte aufzugreifen und gleichzeitig deutlich zu machen: Queerfeindliche Gewalt und Hasskriminalität dürfen nicht als Randphänomene verharmlost werden. Betroffene müssen darauf vertrauen können, ernst genommen und geschützt zu werden.

Für VelsPolSÜD war die Teilnahme am CSD Pfaffenhofen deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Communityarbeit. Wir bedanken uns bei den Organisator:innen des CSD Pfaffenhofen für die Möglichkeit zur Teilnahme sowie bei allen Besucherinnen für die zahlreichen Begegnungen und Gespräche.


CSD Stuttgart

Nach dem CSD Stuttgart: Kritik an Polizeipräsenz – und unsere Antwort

Nach dem CSD Stuttgart hat sich die Internationale Jugend Stuttgart über Instagram ausführlich mit der Präsenz der Polizei und mit VelsPolSÜD auseinandergesetzt. Polizeiliche Maßnahmen würden grundsätzlich als Gewalt verstanden, die Polizei als Gegnerin queerer Emanzipation dargestellt und schließlich sogar gefordert, die Polizei solle CSD-Veranstaltungen fernbleiben.

Ausgangspunkt der Kritik waren unter anderem Sticker, die an unserem Stand verteilt wurden. Mit Sprüchen wie „Durchsuch mich gründlich!“, „Ich gestehe alles!“ oder „Ich hinterlasse DNA!“ greifen diese bewusst mit Humor und Doppeldeutigkeit Begriffe aus dem polizeilichen Alltag auf. Man kann über Humor bekanntlich streiten. Die Verfasser der Instagram-Beiträge interpretieren diese Sticker jedoch als Verherrlichung sexualisierter beziehungsweise „patriarchaler“ Gewalt und sprechen sogar von einem „offenen Aufruf zu patriarchaler Gewalt“.

Diese Interpretation teilen wir ausdrücklich nicht.

Humor, Ironie und Doppeldeutigkeiten gehören seit Jahrzehnten auch zur queeren Kultur. Gerade die selbstbewusste Aneignung von Sprache, Klischees und gesellschaftlichen Zuschreibungen hat in Teilen der Community eine lange Tradition. Aus einem augenzwinkernden Sticker eine Befürwortung von Gewalt abzuleiten, wird weder der Intention noch der tatsächlichen Arbeit von VelsPolSÜD gerecht.

Wenn aus Kritik ein ideologisches Weltbild wird

Noch deutlicher wird die grundsätzliche Haltung in den letzten Beiträgen der Instagram-Serie. Dort heißt es:

„Unsere Befreiung wird nicht Schulter an Schulter mit der Polizei durchgesetzt, sondern gegen den Staat und gegen die Polizei als dessen Vertreter.“

An anderer Stelle wird unter Bezug auf Stonewall behauptet, die Polizei werde sich niemals helfend an die Seite von LSBTIQ*-Menschen stellen. Der Staat gewähre lediglich „temporäre Zugeständnisse“, die wieder zurückgenommen würden, wenn dies seinen Interessen entspreche. Dabei ist unter anderem vom „kapitalistischen Staat“, von „Kanonenfutter“ und von „imperialistischen Kriegen“ die Rede.

Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass es längst nicht mehr nur um die kritische Betrachtung einzelner polizeilicher Maßnahmen oder einiger humorvoll gemeinter Sticker geht. Hier wird ein grundsätzlich staats- und polizeifeindliches politisches Weltbild formuliert.

Das kann man vertreten. Es ist aber eben eine politische Position unter vielen – und ist vermutlich nicht die Haltung vieler Menschen der queeren Community.

Gerade die Aussage, queere Befreiung könne nur „gegen den Staat und gegen die Polizei“ erreicht werden, zeigt aus unserer Sicht, wie weit die Verfasser innen von der gesellschaftlichen und politischen Vielfalt der heutigen Community entfernt sind.


Stammtischtermine 2026

Im Jahr 2026 treffen wir uns wieder zu unseren Stammtischen in Stuttgart und München.

In Stuttgart treffen wir uns monatlich (freitags), in München finden die Stammtische 4 × im Jahr 2026 (Samstags) statt.

Hier unsere Termine

Stuttgart

28.08.2026 entfällt aufgrund der Urlaubszeit

25.09.2026 | 23.10.2026 

27.11.2026 | 11.12.2026

München

19.09.2026 wird auf 10.10.2026 aufgrund des Oktoberfestes verschoben

10.10.2026 | 05.12.2026


Kontakt zu VelsPolSÜD


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